Domus Rigensis aktuell

2016

Trauer um Eižens Upmanis: Der langjährige Vorsitzende von Domus Rigensis (2009-2015) starb nach langer schwerer Krankheit am 28. September 2016 mit erst 61 Jahren. Bei einem eindrucksvollen Trauergottesdienst in der lettisch-orthodoxen Kirche in Riga und bei der anschließenden Beisetzung nahm eine große Trauergemeinde Abschied von einem sehr guten Freund. Als gebürtiger Rigenser und Nachkomme lettischer, polnischer, russischer und schwedischer Vorfahren war Eižens Upmanis schon in dritter Generation diplomierter Architekt. Das bedeutete für ihn auch, dass er in besonderer Weise an den tiefen Spuren, die die Deutschbalten und Russen im Kulturerbe Lettlands hinterlassen haben, stark interessiert war. Sein Herz brannte für die Erhaltung und Pflege von historischen Gebäuden und Kirchen, ganz besonders aber für historische Friedhöfe. Diese Vorliebe hatte Eižens Upmanis auch zu Domus Rigensis gebracht, nachdem er sich schon lange davor mit Sorge und Mühe um die Restaurierung, Sanierung und Wiedererrichtung zerstörter Grabkapellen und Denkmäler auf dem Großen Friedhof in Riga an der Miera iela gekümmert hatte. Upmanis kümmerte sich um die Erhaltung und die Einrichtung von Soldatenfriedhöfen sowie von Ehren- und Kriegerdenkmälern für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs und half bei der Wiedererrichtung des Märtyrersteins auf dem Großen Friedhof. Am stärksten aber werden wir ihn alle in Erinnerung behalten für die Wiedererrichtung des von den Bolschewiken in viele Teile gesprengten Landeswehrdenkmals auf dem Waldfriedhof in Riga.

2015

Tagung zum Jahresabschluss: "Die nationale Bewusstseinsbildung in Lettland" war das Thema der 5. Juvenum-Tage, die vom Jugendreferat von Domus Rigensis veranstaltet wurden. Themen der Vorträge der vom 29. bis 31. Dezember dauernden Veranstaltung waren der Pietismus, die Hanse, die Revolution von 1905, private Fotografie und der "Baltische Weg" von 1989. Zu den zeitgeschichtlichen Vorträgen passte auch eine Führung durch das KGB-Museum. Daneben kamen die Teilnehmer kamen literarisch (Lesung aus einem Roman) und musikalisch (Vorspiele auf dem Klavier und auf dem "Kokle", einem der Zither ähnlichen lettischen Instrument) auf ihre Kosten. Außerdem konnte man baltische Gesellschaftstänze und lettische Volkstänze einstudieren. Im Anschluss an die Tagung wurde in der Rigaer Altstadt Silvester gefeiert.

320 Jahre Mentzendorff-Haus: Am 14. Oktober wurde als Höhepunkt des Jubiläumsjahres eine Konferenz im Haus Mentzendorff organisiert. Alle Vorträge gaben eine Einsicht in die reiche Geschichte und heutige Tätigkeit des Hauses. Unter den Referenten waren vier Mitglieder von Domus Rigensis. Die Konferenz wurde von der Museumsleiterin Ilona Audere geleitet. Am nächsten Tag wehte dem Besucher der Duft von Kuchen, Kaffee, Schokolade und auch einen leichten Hauch von Spirituosen in die Nase, denn es wurden Waren präsentiert, die einst im Mentzendorff'schen Geschäft angeboten wurden. Die Mitarbeiterinnen führten historische Originalkleider aus den Beständen des Geschichts- und Schifffahrtsmuseums vor.

Neuer Vorstand: Die Wahlen bei den Kulturtagen im Juli haben erhebliche Änderungen im Vorstand gebracht. Die neue Vorsitzende ist Dr. Vija Daukšte als Nachfolgerin vont Eižens Upmanis, der nicht wieder für den Vorstand kandidiert hat. Neuer stellvertretender Vorsitzender ist Dr. Manfred v. Boetticher aus Hannover. Er folgt Monika v. Hirschheydt, die für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stand, aber weiterhin dem Vorstand angehört. Vija Daukšte  war zehn Jahre lang Direktorin der Hochschule von Vizeme in Valmiera/Wolmar und ist seit einem Jahr wieder in Riga. Hier leitet sie die Abteilung Letonica und das Baltische Zentrum in der neuen Nationalbibliothek. Manfred von Boetticher war bis zu seiner Pensionierung Leiter des Hauptstaatsarchivs Hannover. Neu im Vorstand sind außerdem Dr. Philipp Schwartz und Liliāna Vancane als neue Vorsitzende des Jugendreferats Domus Rigensis Juvenum.

Historische Brücken: Die Vortragsreihe bei Domus Rigensis konnte am 11. März mit einem Vortrag von Gunars Armanis fortgesetzt werden. Vor einem voll besetzten Saal sprach er über die historischen Brücken Rigas und zeigte dabei viele Fotos aus seinem umfangreichen Bild-Archiv. Gunars Armanis ist ein ausgezeichneter Kenner Rigas und dazu ein lebhafter Erzähler. Er besitzt u.a. eine Sammlung von ca. 500 Fotos und viele Zeichnungen der Brücken Rigas.

2014

Vierte Juvenum-Tage: Abermals wurden Kulturtage zum Jahresausklang vom Jugendreferat von Domus Rigensis ausgerichtet. In das Thema "Riga - schon immer europäische Kultur(haupt)stadt" wurde mit einem Vortrag zur "813-jährigen Vorgeschichte" eingeführt. Auf dem Programm standen außerdem die Besichtigung des Parlamentsgebäudes und ein Museumsbesuch. Anlässlich der bevorstehenden Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Lettland fand ein Gespräch mit einem Mitarbeiter des Europa-Hauses statt.

Herrenhäuser im Baltikum: Anlässlich der „Tage des Kulturerbes” Lettlands fand am 17. September im Europa-Haus in Riga die gemeinsame Vortragsveranstaltung der Akademie der Wissenschaften Lettlands und von Domus Rigensis statt. Die Veranstaltung widmete sich einem wirtschaftlichen und kulturhistorischen Phänomen – den Herrenhäusern und ihren Werten, ihrer Architektur, Erhaltung, Problematik und ihren Perspektiven. Die Moderation lag bei DR-Vorstandsmitglied Ojārs Spārītis. Das Interesse an der Veranstaltung überstieg alle Erwartungen und zeugte vom Interesse der Öffentlichkeit an diesem Thema, nicht alle Besucher konnten Sitzplätze finden. Wie die anschließenden Gespräche und Diskussionen über die Probleme der Erhaltung unseres Kulturerbes zeigten, war die Resonanz überaus groß.

Kunstpreis verliehen: In einer feierlichen Veranstaltung wurde am 10. September der diesjährige Kunstpreis unter der Schirmherrschaft der Lettischen Kulturministerin Dace Melbārde und der deutschen Botschafterin. Andrea Wiktorin vergeben.. Die Werke der Preisträger wurden in einer kurzen Präsentation jeweils durch ein Jurymitglied vorgestellt. Es wurden 65 Arbeiten von 42 Studierenden eingereicht. In einer anschließenden Ausstellung, die bei der Preisverleihung eröffnet wurde, waren die eingereichten Arbeiten in der Aula der Lettischen Kunstakademie bis zum 30 September 2014 zu sehen. Der seit 2006 alle zwei Jahre vergebene Kunstpreis setzt die Tradition der Unterstützung junger talentierter Künstler durch Friedrich Wilhelm Brederlo, einem bekannten Rigaer Kaufmann und Ratsherrn und einer der bedeutendsten Kunstsammler in der ersten Hälfte des 19Jh. fort.

Erhardt-Gedenken in Riga: Zum 105. Geburtstag des Humoristen versammelten sich im Rigaer Mentzendorff-Haus etwa 40 Interessierte, um einen Vortrag des Stadtführers und Historikers Mike Habermann zu hören. Bei der Veranstaltung von Domus Rigensis ging es nicht nur um den in Riga geborenen Heinz Erhardt selbst, sondern auch einige seiner Verwandten. Großvater Paul Neldner etwa war Inhaber einer Konzertagentur und holte viele berühmte Musiker in die lettische Hauptstadt. Habermann sprach sich für eine gemeinsame Gedenktafel für Erhardt und Neldner aus.

 

2013

 

Dichter Boehlendorff auf Lettisch: Auf der Adventsfeier am 6. Dezember im Haus Mentzendorff stellte das Mitglied Sarmite Pijola einen von ihr zusammengestellten, sehr hübschen Gedichtband vom kurländischen Dichter Casimir Ulrich Boehlendorff (1775-1825) vor, der gerade in Riga auf Deutsch und auf Lettisch im Verlag „Jumava“ erschienen war. Der Übersetzer Valdis Bisenieks war anwesend und trug einige Gedichte in beiden Sprachen vor. Ein im letzten Jahr erschienener Bildband über den Maler und Hochschullehrer Romis Bēms wurde ebenfalls auf der Adventsfeier vorgestellt. Pastor Markus Schoch hielt die Andacht und hatte zur musikalischen Umrahmung einen neu gegründeten Chor der deutschen Gemeinde in Riga mitgebracht, in dem Sänger aus vier Nationen mitwirken.

 

Ehrungen für Mitglieder: Professor Dr. Imants Lancmanis wurde am 29. Oktober in der französischen Botschaft in Riga für seinen Beitrag zur Förderung der Kulturbeziehungen zwischen Lettland und Frankreich mit dem Französischen Orden für Kunst und Literatur ausgezeichnet. Am 18. November erhielt Renate Adolphi  aus der Hand des lettischen Staatspräsidenten Andris Bērziņš für ihre Verdienste um Lettland das Verdienstkreuz IV. Klasse. Frau Adolphi gehörte von 2011 bis 2013 dem Vorstand von Domus Rigensis an und wurde 2013 zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

2012


Kulturtage der Jugend: Zum zweiten Mal veranstaltete Domus Rigensis Juvenum - gemeinsam mit dem Deutschbaltischen Jugend- und Studentenring - zum Jahreswechsel in Riga baltische Kulturtage. Dazu gehörten ein Orgelkonzert in der Anglikanischen Kirche, fünf Vorträge über verschiedene Aspekte zu "Vorstellungen von Eigenem und Fremdem im baltischen Ostseeraum" mit angeregten Diskussionen, ein Besuch des Okkupationsmuseums und eine Führung durch die Altstadt. Nach drei gehaltvollen Tagen hatten es sich Referenten und Teilnehmer verdient, das neue Jahr mit einem Glas Sekt unter zahlreichen Rigensern und Touristen beim Feuerwerk am Dünaufer einzuläuten.

Vegesacks Werke auf Lettisch: Anlässlich der diesjährigen Weihnachtsfeier konnte Siegfried von Vegesacks (1888-1974) Romantrilogie „Die Baltische Tragödie“ in lettischer Übersetzung vorgestellt werden. Pēteris Bolšaitis als Übersetzer und Daiga Brinkmane, Direktorin des Verlags „Vesta-LK“ und verantwortlich für die künstlerische Gestaltung, waren stolz, das tags zuvor fertig gewordene Buch "Baltiešu Gredzens" vorzustellen. Bereits 2011 konnte bei dieser Gelegenheit die erste lettische Ausgabe von Vegesacks Roman „Vorfahren und Nachkommen“ – lettisch: „Senči un Pēcteči“ – präsentiert werden.

Konferenz zur Familiengeschichte: Die von DR-Vorstandsmitglied Ilona Audere veranstaltete Konferenz am 7. Dezember im Museum für Geschichte und Schifffahrt war der Geschichte der Familie Mentzendorff, deren frühere Papierfabrik Ligatne und den in Mentzendorffs Geschäften verkauften Getränken Kümmel und Balsam gewidmet. Anschließend fand im Beisein der deutschen Botschafterin Andrea Wiktorin im Mentzendorff-Haus die Eröffnung der Ausstellung zum Thema statt. Es schloss sich das traditionelle Adventstreffen von Domus Rigensis an, deren Andacht erstmals der neu in Riga tätige Pastor Markus Schoch übernahm.

Spārītis Präsident der Akademie: Der langjährige Vorsitzende von Domus Rigensis Prof. Dr. Ojārs Spārītis (im Bild links) wurde am 28. November von Natur- und Geisteswissenschaftlern zum Präsidenten der Lettischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Der Kunsthistoriker leitet zahlreiche Restaurationsprojekte, thematisierte in vielen Publikationen die deutschbaltische Vergangenheit seines Landes und beriet die Architekten beim Wiederaufbau des Schwarzhäupterhauses. Der Vorstand von DR, dem Spārītis selbst angehört, sprach ihm auf seiner Sitzung am 6. Dezember die herzlichsten Glückwünsche aus.

Kunstpreis verliehen: Ein besonderer Höhepunkt der Oktober-Veranstaltungen von Domus Rigensis war der in Zusammenarbeit mit der Deutschbaltischen Studienstiftung vergebene Brederlo-von Sengbusch-Kunstpreis 2012 an vier überglückliche Preisträger der Lettischen Kunstakademie. 59 Studierende der Kunstakademie hatten 94 Arbeiten eingereicht. So tagte die achtköpfige Jury aus Professoren der Akademie, Vertretern der Museen und von Domus Rigensis am Tage vor der Preisverkündung, um in drei Durchgängen am Ende einstimmig vier Preisträger auszuwählen: Klāvs Loris (Malerei), Andris Maračkovskis (Skulptur), Kristīne Rozenberga (Grafik) und Elīna Vojevoda (Skulptur/Installation). Zur feierlichen Preisvergabe und Vernissage der Ausstellung aller eingereichten Arbeiten fanden sich am 11. Oktober in der Kunstakademie viele Gäste ein. Der im Jahre 2005 ins Leben gerufene Kunstpreis wird alle zwei Jahre verliehen und ist ein wichtiger Beitrag zur Pflege und Bewahrung der gemeinsamen Geschichte und der heutigen kulturellen Zusammenarbeit zwischen Letten und Deutschbalten, ganz im Sinne von Domus Rigensis .

Baltischer Deutschlehrertag: Große Aufmerksamkeit galt dem 8. Baltischen Deutschlehrertag vom 11. – 13. Oktober. Zu den Gastrednern gehörten die lettische Parlamentspräsidentin Solvita Āboltiņa, der Rektor der Lettischen Universität der Rektor Prof. Mārcis Auziņš, sowie die Botschafter Österreichs, der Schweiz und von Deutschland. Domus Rigensis war mit Vorträgen von Ojārs Spārītis „Deutsche Kultur im Baltikum”, Ilona Audere „Deutschbaltische Wohnkultur im Haus Mentzendorff und Zusammenarbeit mit den Deutschlehrern” und Maik Habermann „Auf den Spuren von Heinz Erhardt in Riga” aktiv eingebunden und konnte einen Beitrag zum Thema der deutschbaltischen Kultur im Baltikum leisten.

Ausstellung zu 20 Jahre Domus Rigensis: Aus Anlass des Jubläums zeigte die Abteilung LETONIKA der Nationalbibliothek eine Ausstellung über die 20-jährige Arbeit des deutschbaltisch-lettischen Zentrums. Die Ausstellung wurde am 5. Juli in einer kleinen Feierstunde im Beisein des Vorstandes eröffnet. Sie war bis Ende September zu sehen.

Erinnerung an Gertrud von den Brincken: Mit der Enthüllung einer Gedenktafel am einstigen Tuckumer Wohnhaus der Dichterin ist am 20. April ein weiterer wichtiger Name der deutschbaltischen Literatur der lettischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Unter reger Beteiligung der Bevölkerung erinnerten der Vorsitzende des Stadtrates, die Direktorin des Museums Agrita Ozola und der Sohn der Dichterin, Dr. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik, an Gertrud von den Brincken. Anschließend wurde im Schloss Durbe das erste, ins Lettische übersetzte und veröffentlichte Werk, eine Gedichtauswahl „Kad mājās nāc - Wenn du nach Hause kommst” durch den Übersetzer Dr. Valdis Bisenieks präsentiert.

Trauer um Marek Bobéth: Am 25. Januar starb das langjährige DR-Mitglied Prof. Dr. Marek Bobéth in Berlin. Der Musikwissenschaftler und Konzertpianist leitete mehrere Berliner Chöre und lehrte an Hochschulen in Berlin ebenso wie im Baltikum und in Russland. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit lag in der osteuropäischen Musik. Er veröffentlichte Monographien über den ostpreußischen Komponisten Hermann Goetz und den deutschbaltischen Musiker Eduard Erdmann. Auf den Domus-Rigensis-Tagen organisierte Bobéth mehrfach die Konzerte und ließ dabei oft unbekannte deutschbaltische und lettische Komponisten zu Gehör bringen. 2011 begeisterte er noch als großer Erzähler und Interpret mit seinen Plaudereien am Flügel über Heinz Erhardt.

2011

Die ersten Juvenum-Tage:  Zum ersten Mal fand die schon seit einigen Jahren von jungen Domus-Rigensis-Mitgliedern und Freunden durchgeführte Silvesterfeier unter der Flagge der Juvenum -Tage statt. Nachdem im Sommer 2011 das Jugendreferat Domus Rigensis Juvenum als offizielle Struktureinheit des Vereins gegründet worden war, konnte dieses Vorhaben endlich verwirklicht werden. An der dreitägigen Veranstaltung in der lettischen Hauptstadt nahmen neben Juvenum-Mitgliedern auch Vertreter des Deutschbaltischen Jugend- und Studentenringes e. V. sowie andere Interessenten deutschbaltisch-lettischer Geschichte teil; insgesamt waren es knapp zwanzig Teilnehmer. Die diesjährige Premiere der Juvenum-Tage war dem Thema "Baltische Jugend unterwegs" gewidmet. Am Nachmittag des 30. Dezember wurde die Veranstaltungsreihe mit mehreren Grußworten und Glückwünschen eröffnet. In den darauffolgenden Tagen wurden fünf Vorträge zu Themen wie Jugendmobilität, Auslandsaufenthalte und Interkulturalität gehalten. Neben den Vorträgen war die gemeinsame Silvesterfeier am Freiheitsdenkmal mit Feuerwerk, Sekt, Musik, Tanz, viel Spaß und anschließendem Française-Tanzen im Sprachenzentrum gewiss ein weiterer Höhepunkt der Juvenum-Tage.

Gedenktafel für berühmten Chirurgen:  Am 16. Dezember enthüllte der deutsche Botschafter in Riga, Dr. Klaus Burkhardt, eine Gedenktafel für den in Riga vor 175 Jahren geborenen Arzt Prof. Dr. Ernst von Bergmann an dessen Geburtshaus in der Pils iela 11. Bergmann entwickelte die Dampfsterilisation von medizinischen Geräten und Verbandsmaterialien. Der fünfmalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie wird auch als "Vater der Asepsis" bezeichnet.

Literarische Weihnachtsfeier: Ein ungewöhnlich großer Andrang herrschte auf der diesjährigen Weihnachtsfeier von Domus Rigensis am 6. Dezember im Haus Mentzendorff in Riga. Rund 100 Besucher drängten sich in den unteren Räumen, viele fanden keinen Sitzplatz mehr und standen geduldig. Was war der Grund? Im Rahmen der Weihnachtsfeier wurde die erste lettische Ausgabe des Romans „Vorfahren und Nachkommen“ – Lettisch: „Senči un Pēcteči“ – von Siegfried von Vegesack präsentiert. Dazu erschienen nicht nur besonders viele Mitglieder von Domus Rigensis – darunter der gesamte Vorstand aus Lettland und aus Deutschland – sondern auch viele interessierte Intellektuelle aus Riga. Aber es ging nicht nur literarisch, sondern auch weihnachtlich zu. Der Chor Sonante sang wunderschöne, zum Advent passende Musikstücke. Pastor Martin Grahl hielt eine Andacht und lud mit seiner Gitarre zum Singen von Weihnachtsliedern ein. Thomas Rouzanova, neuer Attaché bei der Deutschen Botschaft in Riga, schilderte in seinem Grußwort seine Eindrücke vom weihnachtlich geschmückten Riga. Und zum Schluss versammelten sich alle um das adventliche Buffet mit Rotwein, und der Abend wurde lang bei vielen anregenden Gesprächen und neuen Begegnungen.

Kunstmuseum in der Rigaer Börse eröffnet:  „Lettland leistet sich etwas Einmaliges, es unterhält ein Museum für Ausländische Kunst, das gibt es nirgends auf der Welt“, so die Kulturministerin Frau Sarmīte Ēlerte bei der feierlichen offiziellen Einweihung des restaurierten Börsegebäudes am 20. August, als Mākslas muzejs RĪGAS BIRŽA, an der DR-Geschäftsführer Werner v. Sengbusch teilnehmen durfte. Hier ist nun die Heimat vieler bekannter, in der Regel deutschbaltischer Gemäldesammlungen, wie die von Hollander, Kerkovius, Robiani, Transehe-Roseneck und Fr. W. Brederlo. Diese Sammlungen waren bis 1921 Bestandteil des Städtischen Museums, dem 1905 eingeweihten Wilhelm Neumann Bau an der heutigen K. Valdemāra iela, danach wurden sie im Rigaer Schloss dem Kunstinteressierten präsentiert. In dem mit viel Sachverstand renoviertem Börsengebäude, wird die Kunst ausgestellt sein, die nicht zur lettischen zählt, also aus Sicht Lettlands, als ausländische Kunst zählt.

Jugendreferat gegründet: Domus Rigensis Juvenum soll alle derzeitigen und potenziellen Mitglieder umfassen, die das 30. Lebensjahr nicht vollendet haben, und somit gewissermaßen auch die Nachwuchsarbeit des Vereins übernehmen. Die Aufgabe des Jugendreferats ist es, die bestehende Gruppe von vorwiegend lettischen Jugendlichen mit deutschbaltischem Bezug zusammenzuhalten, diese wachsen zu lassen und neue Mitglieder an die Ziele des Vereins heranzuführen. Domus Rigensis Juvenum soll darüber hinaus als Partner für Vereine und Initiativen wie den DBJuStR oder die Deutschbaltische Studienstiftung fungieren. Als Sprecher wurde der Literaturstudent Imants Cirulis in den Vorstand gewählt. Sein Stellvertreter ist Janis Lininš. Demnächst ist das Jugendreferat auch auf dieser Homepage vertreten.

Ehrenurkunde für Monika von Hirschheydt: Die stellvertretende Vorsitzende von Domus Rigensis erhielt beim Bundestreffen der Deutsch-Baltischen Gesellschaft im Mai in Darmstadt die Auszeichnung für ihr jahrzehntelanges Engagement in der deutschbaltischen Öffentlichkeits- und Kulturarbeit. In der Urkunde werden insbesondere erwähnt: Informationsprospekte über die Deutschbalten, der Aktivenrundbrief, die Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Landsmannschaft und die Konzeption der Ausstellung "Das Baltikum und die Deutschen".

Vorträge im Mentzendorff-Haus: Am 5. Januar hielt Martin Pabst, Vorsitzender des Deutschbaltischen Jugend- und Studentenrings, einen Vortrag über den Aufstand in der St. Georgsnacht 1343. Am 15. Februar kamen 24 Interessierte zum Vortrag von Sarmite Pijola über Die Familie Bergmann in Livland. Die Familie war über 350 Jahre lang dort ansässig und hat bedeutende Pastore und Ärzte hervorgebracht, darunter den Chirurgen Ernst von Bergmann (1836-1907). Am 8. März  referierte Peter Bosse über Kaffee und Tradition des Kaffeetrinkens in den Werken deutschbaltischer Autoren als literarische Ergänzung zur laufenden Kaffee-Ausstellung im Mentzendorff Haus.

2010

Ausstellung über Kaffee: Am 17. Dezember fand im Mentzendorff Haus die Eröffnung der Ausstellung Auf der Suche nach  Ideal-Kaffee unter der Kuratorin Ilona Audere, unserem Vorstandsmitglied, statt. Diese Ausstellung behandelte die Geschichte des Kaffees und des Kaffeetrinkens in Lettland und enthält Gegenstände aus vielen Rigaer Museen. Diese Ausstellung war bis zu den Domus-Rigensis-Tagen 2011 zu sehen. Hintergrund der Ausstellung war die Tatsache, dass der Rigenser Kaufmann August Mentzendorff in seinem Kolonialwarengeschäft die beliebte Kaffeesorte „Ideal“ führte.

Fotowettbewerb: Jugendliche von Domus Rigensis beteiligten sich an einem Fotowettbewerb „Deutsche Architekten in Riga“ des Verbandes der Deutschen in Lettland, unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft. Projektleiterin ist Frau Ilse Kroksa. Das Ergebnis wurde im Rigaer Rathaus gezeigt, im Preis­gericht war unser Vorsitzender Eizens Upmanis vertreten.

  

Merkel zum Staatsbesuch in Riga: Auf ihrer Reise ins Baltikum kam Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 6. September abends, von Litauen kommend, für einen offiziellen Besuch nach Riga. Im Mittelpunkt der Gespräche standen bilaterale Themen und Wirtschaftsthemen. Sie führte politische Gespräche mit dem Staatspräsidenten der Republik Lettland Valdis Zatlers, dem lettischen Ministerpräsidenen Valdis Dombrovskis, mit Unternehmern und Politikern des Landes über die Zusammenarbeit Deutschlands mit Lettland und über die Erweiterung von Investitionsinitiativen, so z. B. auch über die Unabhängigkeit Lettlands von Russland in der Energieversorgung und deren Sicherung.
Prof. Ojars Sparitis hatte die ehrenvolle Aufgabe, für Frau Merkel ein Kulturprogramm vorzubereiten und durchzuführen. So hat er die Kanzlerin am 7. September in die Kleine Gilde geleitet und mit ihr über die Geschichte Rigas, die Geschichte der Deutschen in Lettland und über die Deutschbalten von heute gesprochen. In einem anschließenden Rundgang durch die Altstadt von Riga, vom Dom bis zur Petrikirche, vorbei am Denkmal der Bremer Stadtmusikanten, über den Rathausplatz zum Schwarzhäupterhaus, konnte er sie über die Rigaer Geschichte und Kultur, über die Kriegszerstörungen und den Wiederaufbau der Stadt informieren und mit ihr diskutieren.  (Reden der Bundeskanzlerin auf der Seite der deutschen Botschaft in Riga).

 


Bilder: Erläuterungen durch Ojars Sparitis für Frau Merkel auf dem Domplatz (links), vor der Baustelle der alten Börse (Mitte) und im großen Saal der Kleinen Gilde (rechts).

Ausstellung beendet: Vom 16. August bis zum 4. September 2010 bestand im Foyer des Rigaer Rathauses die Möglichkeit, sich über die gemeinsame, mehr als 700jährige Geschichte von Letten, Esten und Deutschen zu informieren. Jetzt ist die Wanderausstellung „Das Baltikum und die Deutschen“ in Estland zu sehen. Diese umfangreiche Ausstellung ist von der Deutsch-Baltischen Gesellschaft aktualisiert worden. Sie wird, Dank der Initiative der DBGes., mit Unterstützung des Bundes zum zweiten Mal (nach 1995) in verschiedenen Städten Lettlands und Estlands gezeigt. Domus Rigensis war durch unsere Rigaer Mitglieder während der Ausstellungszeit stets präsent. Sie standen den vielen Besuchern mit zusätzlichen Auskünften wie auch Informationen über die heutigen gemeinsamen Aktivitäten von Letten und Deutschbalten zur Verfügung.

Assoziierung mit Deutsch-Baltischer Gesellschaft: Domus Rigensis ist jetzt offiziell eine assoziierte Organisation bei der Deutsch-Baltischen Gesellschaft e.V. (DBGes.) mit Sitz in Darmstadt. Am 4. Juni hat der Bundesdelegiertentag der DBGes. einstimmig die Assoziierung beschlossen. Die Mitgliederversammlung von Domus Rigensis hatte schon 2009 in Riga der Assoziierung zugestimmt. Mit der Assoziierung sind keine Rechte und Pflichten verbunden. Es wird eine engere Zusammenarbeit bei Projekten mit gleichen Zielen und ein gegenseitiger Informationsaustausch angestrebt.

Gedenktafel für Dietrich Loeber: Zu einem Festakt am 7. Mai anlässlich des 20. Jahrestages der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands (4. Mai 1990) hatten der Juristenverband Lettlands und die Akademie der Wissenschaften Lettlands zu einem Festakt am früheren Hause der Familie Loeber eingeladen, Hospitalstraße 22. In Anwesenheit der Witwe, uneres Ehrenmitgliedes Anita Christa Loeber und von ihrem Sohn John, die aus München angereist waren, wurde eine sehr schöne Gedenktafel für unser Gründungsmitglied Prof. Dr. Dietrich Loeber (1923-2004) unter der bereits bestehenden Gedenktafel des Vaters, Senator August Loeber, enthüllt. Aus diesem Anlass sprachen ehrende Worte: die Akademiemitglieder Jānis Stradiņš und Tālavs Jundzis, der Vorsitzender des Juristenvereins Lettlands Aivars Borovkovs, der Vorsitzende von Domus Rigensis Eižens Upmanis der Künstler Jānis Strupulis, dem unser besonderer Dank gilt, hat er doch im Laufe der letzten Jahre immer wieder hervorragende Arbeit bei der künstlerischen Ausgestaltung von unseren Gedenktafeln und Gedenksteinen geleistet. Der Erinnerungsnachmittag fand anschließend bei einem Glas Wein im Haus Mentzendorff mit einer Fotoretrospektive, weiteren Ansprachen und vielen Erinnerungen statt. Ein Konzert des Chores „Sonante“ rundete das Gedenk-Programm ab.

Ausstellung über Minox-Erfinder:  Im April war im Haus Mentzendorff die Ausstellung "Der Erfinder der Minox-Kamera Walter Zapp und Lettland“ zu besichtigen, die von den DR-Mitgliedern Pēteris Korsaks und Inara Korsaka vorbereitet wurde. Die Minox Kamera, einzigartiges Designbeispiel des 20. Jahrhunderts, vereinigt schöpferisches Ingenieurwissen mit der Präzision und Qualität der damaligen lettischen Industrie. Ausgestellt waren u.a. drei Originalkameras. Die mit dem Namen Walter Zapp verbundene Kamera stellt noch heute eine weltweit bekannte Marke dar, ähnlich wie Coca-Cola, Sony, Siemens etc.

Gedenkveranstaltung für Romis Bēms: Der Nachmittag des 30. März 2010 war im Mentzendorff-Haus dem Andenken des 1993 verstorbenen Künstlers und Gründungsmitglieds von Domus Rigensis gewidmet. Die Gedenkveranstaltung wurde von seiner Witwe Tatjana Bēma mit vielen Fotos aus dem Familienarchiv bereichert, auf denen alle lettischen und deutschen DR-Gründer zu sehen sind, dazu Fotos von den damaligen ersten DR-Veranstaltungen. In zahlreichen Beiträgen wurde an den Maler und Professor der Kunstakademie erinnert.

Kunstpreis verliehen: Zur Preisverleihung des  Brederlo-von Sengbusch-Kunstpreises 2010 und zur Vernissage der Ausstellung der eingereichten Arbeiten hatten sich am 14. Januar zahlreiche Studenten und Professoren der Kunstakademie, Vertreter des Nationalen Kunstmuseums Lettlands, des Kulturministeriums, Mitglieder von Domus Rigensis und der deutsche Botschafter und Schirmherr, Detlef Weigel mit Mitarbeitern, in der Aula der Kunstakademie zusammengefunden. Die Medien waren durch Presse, Rundfunk und Fernsehen vertreten. Eine Fachjury aus vier Vertretern der Kunstakademie (unter anderem Ojārs Spārītis), zwei Vertretern des Staatlichen Museums und einem Vertreter der Familie (Werner v. Sengbusch) hatte aus 132 Arbeiten von 83 Teilnehmern einstimmig vier Arbeiten ausgewählt: Sandis Aispursim (Skulptur) für seine Arbeit ”Krustacelš 14 stacijas”, 14 Stationen Kreuzigungsweg, Edgars Ošs (Skulptur) für seine Plastik ”Galdiņš” (der Tisch), Zane Balode (Malerei) für ihre Bilder ”Parïzes šarms” und „Parïzes sajǖta” und Sabīne Vekmane (Grafik) für ihre Bilder ”Atbildīgie”.

2009

Ehrung für Wilhelm Lieven: Unser Mitglied Wilhelm Lieven wurde für sein jahrzehntelanges Wirken für die Gemeinschaft mit der Ehrengabe des Ortsrates Ehmen/Mörse am 17. Dezember geehrt. Er setzte sich in vielen Funktionen für Mörse und Wolfsburg ein. Wir gratulieren Wilhelm Lieven ganz herzlich.

Botschafter a. D. Dr. Wieck besucht Domus Rigensis: Vom 22.bis 26. November weilte Dr. Hans-Georg Wieck, 1977-1980 deutscher Botschafter in Moskau, zu Vorträgen an der Rigaer Universität und zu Gesprächen mit Politikern und Journalisten in Riga. Dabei besuchte er auch Domus Rigensis im Haus Mentzendorff. Eizens Upmanis präsentierte die Aktivitäten unseres Vereins.

Verdienstkreuz für Gertje Anton: Am 17. November wurde unser Mitglied Gertje Anton in einer feierlichen Zeremonie im Rigaer Schloss von Staatspräsident Valdis Zatlers mit dem Verdienstkreuz der Republik Lettland ausgezeichnet.
Einen ganz herzlichen Glückwunsch!
Das Verdienstkreuz wird unter anderem für herausragendes ehrenamtliches Engagement in Lettland verliehen. Gertje Anton setzt sich in Lettland vor allem im sozialen Bereich ein, sie betreut mit Spenden aus dem Girgensohn-v. Aderkas-Fonds (Lettlandhilfe) Bedürftige, vor allem auf dem Lande. Das ist jetzt wieder besonders nötig!

Ausstellung für Max Scherwinsky: Am 12. November 2009 fand in Riga, Aspazijas Boulv. 34, die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für den Architekten Max Scherwinsky (1859-1909), Direktor der Rigaer Gewerbeschule und Mitbegründer des Jugendstils, statt.
Der Vorsitzende von Domus Rigensis, Eizens Upmanis, der Urenkel von Max Scherwinsky, betonte die Bedeutung des Architekten für die städtebauliche Entwicklung Rigas um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert und seine Verdienste bei der architektonischen Gestaltung der Ausstellung „Riga 700“ im Jahre 1901.
Anschließend wurde im Museum für Architektur, Maza Pils iela 19, eine Ausstellung über das Leben und Werk von Max Scherwinsky eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 29. Januar 2010.

70 Jahre Umsiedlung: Am 14. Oktober 2009 fand in Riga eine gemeinsame Gedenkveranstaltung von Domus Rigensis und der Deutschen ev.-luth. Kirche in Lettland statt. Nach einer zweisprachigen Andacht in der St. Petrikirche gab es Vorträge im voll besetzten Vortragssal des Mentzendorff-Hauses.
Vortrag des Pastors Martin Grahl auf www.kirche.lv.

Gedenkstein für Carl Johann Wilhelm Neumann: Domus Rigensis und die Rigaer Domverwaltung haben am 5. Oktober, dem 160. Geburtstag des Architekten, auf dem großen Friedhof in Riga einen Gedenkstein errichtet und durch unseren Vorsitzenden Eizens Upmanis enthüllt. Neumann (1849-1919) war ein deutschbaltischer Architekt, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger in verschiedenen führenden Positionen in Riga. Er gilt als der "Vater der Kunstgeschichte der baltischen Länder" . Eines seiner bekanntesten Werke als Architekt ist das 1905 fertig gestellte Kunstmuseum, das heutige Nationale Kunstmuseum Lettlands, dessen 1. Direktor er bis kurz vor seinem Tode 1919 war.